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Wer ist eigentlich Stiquito?

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StiquitoStiquito ist ein winziger und preiswerter Roboter mit sechs Beinen. Er wurde 1992 von Jonathan Mills an der Universität Indiana, USA, entwickelt. Ursprünglich als genial einfaches Kunst-Insekt der Robotik-Forschung erdacht, entwickelte Stiquito sich schnell zu einem beliebten Lehr- und Lernmittel für Schüler, Studenten und Hobby-Forscher.

 


Einschub: Jonathan Mills

* Informatik-Professor an der Universität Indiana, USA.
* Entwickelte 1992 Stiquito als einfachen und kostengünstigen gehenden Roboter. Inzwischen gibt es verschiedene Stiquito-Versionen, die insbesondere in der Lehre eingesetzt werden.
* Er nutzt Stiquitos in Roboter-Kolonien und erforscht mit ihnen unter anderem die Hardware-Implementierungen biologischer Systeme.

 

Nitinol-Eigenschaften
Vorteile Nachteile
geringes Gewicht langsam durch Abkühlphase
geringer Platzbedarf geringe Bewegungsstrecke (durch Hebel verlängerbar)
einfach elektrisch anzusteuern unbrauchbar nach Überhitzung (sollte daher nicht gelötet werden)
hart, unempfindlich gegen Korrosion, superelastisch (pseudoelastisch)  
Verwendbarkeit
Nitinol bietet sich dort an, wo auf kleinem Raum kurze lineare Bewegungen gefordert sind. Die Bewegung lässt sich zudem durch Hebelmechanismen in eine weiträumige Bewegung oder in eine Drehung umwandeln. Größere Kräfte können durch dickere oder parallel arbeitende Drähte erzielt werden. Allerdings steigt dann auch der Stromverbrauch. Nitinol wird verwendet für kleine Krabbel-Roboter, Greifer, Ventilsteuerungen, Brillenrahmen, Orthopädie-Produkte und vieles mehr.
Das Besondere an Stiquito ist sein Antriebsmechanismus. Er bewegt seine Beine mit "Muskeldrähten". Die bestehen aus einer Nitinol genannten Nickel-Titan-Legierung und verkürzen sich, wenn sie erhitzt werden. Wenn sie abkühlen, lassen sie sich wieder auf ihre ursprüngliche Länge dehnen. Nitinol-Draht lässt sich erwärmen, indem elektrischer Strom durch ihn geleitet wird.

In der einfachsten Stiquito-Version zieht an jedem Bein nur ein Nitinol-Draht, ohne es anzuheben. Die gegenläufige Beinbewegung ergibt sich durch die Federwirkung des jeweiligen Beins. Wenn man die sechs Beine elektrisch so steuert, das sich drei vor und drei zurück bewegen, dann läuft Stiquito. Jedenfalls wenn man seine Füße so formt, dass ihre Reibung auf dem Untergrund bei der Vortrieb-Bewegung größer ist als bei der gegenläufigen Bewegung.

Neben dieser einfachen und nicht sehr eindrucksvollen Bauform sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Beine können auch unabhängig voneinander jeweils durch mehrere Nitinol-Drähte bewegt werden. Im einfachsten Fall werden die Beine mittels Handschaltung ferngesteuert. Sie lassen sich allerdings auch per PC-Schnittstelle steuern, per fest verdrahteter Schaltung oder per Mikrocontroller, den Stiquito auf seinem Rücken trägt. Wie man die Beine zusammenarbeiten lässt, kann man den Insekten abschauen.

Im Handel sind Bücher zu Stiquito und anderen Selbstbauprojekten mit Nitinol-Drähten finden. Einigen dieser Bücher liegen Bauteile einschließlich Nitinol-Drähte bei. Da man als Privatperson nicht so einfach an Nitinol herankommt, bieten diese Bücher einen guten Ansatzpunkt zum Experimentieren.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 13. Januar 2010 um 16:40 Uhr