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Deshalb nehme ich das UFO-Phänomen ernst

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Ich beobachte häufig den Himmel und habe dort schon einiges gesehen, sogar ein Polarlicht über dem lippischen Detmold. Dagegen habe ich noch nichts gesehen, was sich nicht herkömmlich erklären ließ. Trotzdem nehme ich das UFO-Phänomen ernst. Denn es geht dabei nicht in erster Linie um simple nicht identifizierbare Lichtpunkte; die sind im Allgemeinen nicht aussagekräftig. Dagegen ist das eigentliche UFO-Phänomen vielgestaltig, komplex, bizarr und kaum zu glauben. Allerdings möchte ich es weder glauben noch nicht glauben. Ich möchte wissen, was dahinter steckt.

Zeugen, die etwas gesehen oder erlebt haben, das außerhalb der bisherigen allgemeinen Erfahrung liegt, sind nicht von vorn herein unglaubwürdig oder sollten zumindest nicht von vorn herein so eingestuft werden. Denn es war beispielsweise einst unglaubwürdig, dass Steine vom Himmel fallen. Zumindest wurde dies von wissenschaftlicher Seite bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts meist als Märchen abgetan.

Zeugen außergewöhnlicher Phänomene lassen sich genau so einschätzen wie Zeugen vor Gericht: psychisch gestört, lügt, befangen, getäuscht, eine von mehreren voneinander unabhängigen Zeuginnen, Aussage wird durch weitere Beweismittel wie beispielsweise Radar gestützt usw. Zeugen der letzten beiden Kategorien gibt es reichlich. Allerdings sollte man sie weniger in den Massenmedien suchen. Man sollte ebeso wenig uninformierte Wissenschaftler zum Thema UFOs befragen. Die haben möglicherweise ihre Theorien darüber, aber die passen nicht unbedingt zu den Daten. Sowieso halten sich auch unbefangene und informierte Wissenschaftler gegenüber der Presse lieber zurück, solange sie noch ihre Karriere fördern möchten.

Und, gibt es UFOs nur weit weg? Sehen nur überdrehte Amerikaner UFOs? Nein. Es gibt sie vor unserer eigenen Haustür. Die Jahre 1989 bis 1991 machten mir das besonders deutlich. Im Gebiet der belgisch-deutschen Grenze hielten dreieckige Flugobjekte die Bevölkerung inklusieve Polizei und Luftwaffe in Bewegung. Erstmals arbeitete eine UFO-Forschungsgruppe, die belgische SOBEPS, mit den öffentlichen Stellen zusammen. Dennoch konnte nicht geklärt werden, was hinter den UFOs steckte. Drachenflieger, Tarnkappenbomber und AWACS-Flugzeuge scheiden aufgrund des Flugverhaltens und einiger Eigenschaften der Objekte aus, beispielsweise waren sie teilweise groß wie Sportplätze oder schwebten auf der Stelle. Nach den Angaben der NATO-Verbündeten waren keine militärischen Flugkörper dafür verantwortlich.

ZeitungsausschnitteÜber meinen Geburtsort Bielefeld schwappten 1992 und 1994 zwei kleine UFO-Wellen. Mein Vater hatte das Glück eine dieser Erscheinungen zu sehen. Im Wesentlichen war es in etwa vergleichbar mit dem Leuchten der Venus, allerdings huschte dieses Leuchten nach einiger Zeit des Verharrens blitzartig schräg nach oben davon. Eine Spiegelung oder Wolkenreflexion kann wegen der Sichtbedingungen ausgeschlossen werden. Unabhängig von den Bielefelder UFO-Wellen wurde in meinem Bekanntenkreis das gleiche Phänomen ebenfalls schon einmal beobachtet. Andere Zeugen sahen während der UFO-Wellen nicht nur leuchtende Punkte, sondern auch ungewöhnliche Flugobjekte mit deutlicher Struktur.

Ungewöhnliche Flugobjekte werden auch von erfahrenen Himmelsbeobachtern gesehen wie beispielsweise von Astronomen. Einige ihrer Sichtungen hat in den späten 1970er Jahren der Physiker Peter A. Sturrock untersucht. Er verschickte 2611 Fragebögen zu ungewöhnlichen Beobachtungen an Mitglieder der "American Astronomical Society" (AAS). Davon kamen 1356 Bögen zurück, nur 13 der Befragten äußerten sich kritisch gegenüber dem Thema, 50 äußerten sich ermutigend, 34 boten ihre Hilfe an, 7 studierten selbst ungewöhnliche Himmelserscheinungen. In etwa 5 Prozent der Fälle wurde von Phänomenen berichtet, die sich als außergewöhnliche Sichtungen bezeichnen lassen, ein Teil davon erscheint absolut fremdartig.

Der Psychologe Richard Haines hat sich einer anderen Berufsgruppe angenommen. Seit den 1960er Jahren hat er über 3400 Berichte gesammelt von Piloten und anderen in der Luftfahrt tätigen Menschen, die unidentifizierte atmosphärische Phänomene gesehen haben. Seit 2000 betreibt er in den USA das National Aviation Reporting Center on Anomalous Phenomena oder kurz NARCAP. Um überhaupt solch eine staatliche Anlaufstelle gründen zu können, vermied er das Kürzel UFO. Stattdessen ist die Rede von UAPs, eben den Unidentified Aerial Phenomena. Das sind in offizieller Sprechweise Lichter oder Objekte, die nicht zu den bekannten Kategorien von Luftfahrzeugen oder gewöhnlichen atmosphärischen Phänomenen passen. Der NARCAP geht es insbesondere um die Sicherheit im Luftverkehr, da UAPs teilweise die Flugzeugtechnik beeinflusst haben und zumindest die Piloten zu gefährlichen Manövern verleiten können.

Das UFO-Phänomen wurde auch von den Vereinten Nationen aufgegriffen. Der UN-Beschluss 33/426 vom 18. Dezember 1978 trägt den Titel "Establishment of an agency or a department of the United Nations for undertaking, co-ordinating and disseminating the results of research into unidentified flying objects and related phenomena". Darin wird den Mitgliedstaaten im Wesentlichen empfohlen, geeignete Maßnahmen für die koordinierte, wissenschaftliche Suche nach außerirdischem Leben zu ergreifen, einschließlich der Erforschung unidentifizierter fliegender Objekte.

Ab dem 9. Mai 2001 traten im Washingtoner Press Club mehrfach hochrangige internationale UFO-Zeugen vor die Weltpresse - auch wenn beispielsweise in Deutschland nicht darüber in den Massenmedien berichtet wurde. Als ehemalige Angehörige des Militärs, der Geheimdienste oder der zivilen Luftfahrt beschrieben sie, wie sie während ihrer Dienstzeit Kontakte mit UFOs hatten. Sämtliche Identitäten und Dokumente der Zeugen wurden so weit wie möglich überprüft. Es genügt, wenn nur einer der wichtigsten Zeugen die Wahrheit gesagt hat, um das Weltbild der meisten Menschen zu zerbröseln. Die Pressekonferenz war vom Disclosure Project vorbereitet und organisiert worden. Die gemeinnützige Organisation strebt unter anderem eine Anhörungen vor dem US-Kongress an, um die Wahrheit des UFO-Phänomens an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Organisation geht auch davon aus, dass UFO-Technologie in Geheimprojekten nachgebaut wurde. Sie drängt darauf, dass die Technologie zur friedlichen und schadstoflfreien Energieerzeugung freigegeben wird.

In immer mehr Staaten werden Akten zum Thema UFOs freigegeben, meist auf Drängen der Öffentlichkeit und aufgrund von Gesetzen zur Informationsfreiheit. Frankreich machte den Anfang; dort gibt es seit den 1970er Jahren eine offizielle, staatliche UFO-Forschung. Zu den Ländern, die sich anschlossen, gehören Großbritannien, Kanada, Brasilien und Dänemark. Ob dies alle Akten sind, bleibt ungewiss. Die meisten dieser Akten spiegeln nur bürokratische Abläufe mit Vorgängen wider, die irgendwie mit UFOs im weitesten Sinne zu tun haben. Einige sind allerdings äußerst interessant, da sie beispielsweise direkte oder indirekte Begegnungen von Piloten, Polizisten, Soldaten oder Geheimdienstlern mit dem UFO-Phänomen in allen Einzelheiten dokumentieren.

Dass das UFO-Phänomen tatsächlich existiert, kann als gesichert gelten. Die Frage ist, was steckt dahinter? Vermutlich lässt sich das echte Phänomen neben den Fehldeutungen und Täuschungen in mehrere Kategorien einordnen. Dazu gehören unbekannte Naturphänomene, militärische Geheimprojekte, vielleicht eine (uralte) unbekannte menschliche Zivilisation sowie nichtmenschliche oder außerirdische Intelligenzen. Vielleicht gibt es auch eine Kategorie, für die wir nicht einmal einen Namen haben. Forschung in jede dieser Richtungen kann einen unschätzbaren Erkenntnisgewinn bringen. Sie kann das Bewusstsein erweitern und auch praktisch anwendbar sein, beispielsweise in der Energieversorgung oder Antriebstechnik.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 17. März 2010 um 18:11 Uhr  

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