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UFOs über Belgien

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Die meisten Menschen meiner Generation haben sie längst vergessen, die größte europäische UFO-Sichtungswelle seit der französischen im Jahr 1954. Größtenteils im Gebiet des belgischen Eupen wurden die Objekte beobachtet, teilweise kamen sie aus Richtung Deutschland. Ab November 1989 bis ins Jahr 1991 hinein sahen tausende Belgier meist dreieckige Flugobjekt, fast geräuschlos, teilweise groß wie Fußballfelder, im langsamen Flug, auf der Stelle schwebend, manchmal auf Haushöhe, dann wieder blitzschnell beschleunigend. Häufiges Merkmal der Objekte waren Lichter an den drei Ecken und ein zentrales rotes oder gelbes Licht. In manchen Fällen war zwischen den Lichtern nur eine verschwommene Struktur zu erkennen oder man konnte zwischen ihnen hindurchsehen. Modernste Radartechnik und Kampfflugzeuge waren nicht fähig, die Objekte zuverlässig zu orten, zu verfolgen oder abzufangen.

Generalmajor a.D. Wilfried de Brouwer, damals Stabschef der belgischen Luftstreitkräfte, wurde 1990 zur UFO-Identifikation abbeordert; und der Druck der Öffentlichkeit machte es möglich. Das belgische Militär und die Gendarmerie arbeiteten mit einer zivilen Forschungsgruppe zusammen, mit der Société Belge d'Étude des Phénomènes Spatiaux, der Belgischen Gesellschaft zur Erforschung von Weltraumphänomenen oder kurz SOBEPS. Doch trotz der Massensichtungen, Foto- und Videoaufnahmen, Radarortungen und Abfangjäger sind die Sichtungen bis heute ungeklärt.

Die belgische Regierung regte in der EU eine Untersuchung des UFO-Phänomens an; damit wurde 1990 der renommierte Physiker Tullio Regge betraut. Er ließ sich europaweit über diese Problematik informieren und empfahl daraufhin die Einrichtung einer zentralen europäischen Untersuchungsstelle. Das Ganze verlief allerdings im Sande und die Finanzierung eines solchen Projekts wurde abgelehnt, vielleicht aufgrund der Unkenntnis oder Ignoranz vieler EU-Parlamentarier oder wegen der Angst, sich lächerlich zu machen. Dass es auch anders geht, ist in Frankreich sichtbar, wo seit 1977 UFO-Forschung staatlich und offiziell organisiert ist.

Skeptiker versuchen die belgische UFO-Welle im Wesentlichen durch Fehldeutungen von Tarnkappenbombern, AWACS-Flugzeugen, Hubschraubern und motorisierten Hängegleitern zuerklären. Demnach wären belgische Militärs und Gendarme, die selbst zu den Zeugen gehörten, um 1990 völlig unfähige gewesen und hätten nicht gewusst, was sie selbst und ihre NATO-Verbündeten taten. Und nur weil Fehldeutungen möglich sind und sicherlich vorkommen, müssen nicht alle ungewöhnlichen Sichtungen Fehldeutungen sein. Nachts kann man beispielsweise entfernte Objekte unter Umständen als sehr nahe empfinden und dadurch als ungewöhnlich wahrnehmen. Spätestens wenn Zeugen aber beispielsweise behaupten, ein großes, strukturiertes Flugobjekt direkt über sich gesehen zu haben oder direkt über einem benachbarten Haus, wenn das Objekt den Boden samt Zeugen hell ausgeleuchtet haben soll oder so etwas wie Laserstrahlen oder Lichtkugeln von sich gegeben haben soll, wirkt das Argument nicht. Dann muss man den Zeugen Lügen unterstellen oder eine sehr lebhafte Fantasie. Was zu beweisen wäre.

Videos 

In einer Sendung von 1989 oder 1990 zeigt der RTL, dass man damals auch unvoreingenommen über das UFO-Phänomen berichten konnte:

Die belgische UFO-Welle ist eins der Themen der UFO-Konferenz im National Press Club, Washington DC, am 12. November 2007. In diesem ersten Teil des Berichts führt der UFO-Dokumentarfilmer James Fox in die Konferenz ein. Anschließend übernimmt der ehemalige Gouverneur von Arizona, Fife Symington, die Moderation. Generalmajor a.D. Wilfried de Brouwer legt als Erster seine Sicht der Ereignisse während der belgischen UFO-Welle dar:

Die Dokumentation "Ufos, Lügen und der Kalte Krieg" des Senders Arte berichtet am Anfang über die belgische Ufo-Welle. Auch sonst ist dieser Beitrag sehenswert, befasst er sich doch eingehend mit dem Beginn der modernen Ufo-Sichtungen und der Lächerlichmachung des Themas durch das US-Militär vor dem Hintergrund des Kalten Krieges:

Ufos, Lügen und der Kalte Krieg

Links

Im October 2008 wurde der Bericht des Skeptikers Renaud Leclet veröffentlicht, der erklären soll, dass bestimmte Vorkommnisse der belgischen UFO-Welle auf fehlgedeutete Hubschraubersichtungen zurückzuführen sind.
http://gmh.chez-alice.fr/RLT/BUW-RLT-10-2008.pdf

Die Behauptungen wurden von der COBEPS, der Nachfolgeorganisation der SOBEPS, zusammen mit dem Hauptzeugen untersucht und widerlegt.
http://www.cobeps.org/pdf/ernage_report.pdf

COBEPS, ehemals SOBEPS
http://www.cobeps.org

Literatur

SOBEPS (Hrsg.): UFO-Welle über Belgien
Zivile, polizeiliche, militärische und wissenschaftliche Augenzeugen berichten. Eine Dokumentation der Massensichtungen. Mit Radar- und Bildanalysen.
Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 1993

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 02. Oktober 2010 um 20:17 Uhr