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Start Außerirdisches Leben Voraussetzungen des Lebens

Merkmale des Lebens

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Wasser im Marsboden, biochemische Moleküle in Kometen, Planeten in anderen Sonnensystemen... Die Suche nach außerirdischem Leben ist inzwischen ein handfestes wissenschaftliches Thema geworden. Was aber ist eigentlich Leben? Leben - im weitesten Sinne - entzieht sich der exakten Definition. Die Grenze zwischen Lebendigem und Unbelebtem lässt sich nicht scharf ziehen. Was wir als lebendig auffassen, ist außerst subjektiv, denn wir kennen nur die menschliche Sicht, zum Beispiel die folgende.

Ein Lebewesen wechselwirkt vielfältig mit seiner Umgebung. Abstrakt beschrieben ist dies ein komplexes System weit außerhalb des thermodynamischen Gleichgewichts. Sowohl der Mensch als auch der Einzeller sind weit entfernt vom Gleichgewicht. Der Haufen Kohlenstoff, aus dem wir vorwiegend bestehen, ist deutlicher näher dran.

Systeme außerhalb des Gleichgewichts, insbesondere Lebewesen, können leicht zerstört werden. Daher benötigen sie Prozesse der Erneuerung oder Regeneration: Ein Lebewesen muss die Teile, aus denen es besteht, ständig herstellen. Ein Mensch beispielsweise, bei dem diese Prozesse unterbrochen werden, stirbt und verwest.

Ein Lebewesen, dass in etwa einem Computerchip entspricht, könnte dagegen ein stabiles Leben führen. Aber: es muss irgendwie entstanden sein, und dies war vermutlich nicht unkompliziert. Wir haben es hier also insgesamt wieder mit einem komplexen System zu tun, und der Kreis schließt sich.

Regeneration erfordert den Austausch von Materie und Energie mit der Umgebung und daher Ernährung, Photosynthese oder etwas Vergleichbares.

Fortpflanzung wird häufig als Merkmal des Lebens bezeichnet. Trotzdem würden sich unfruchtbare Menschen beschweren, nicht als Lebewesen betrachtet zu werden. Mulis sind Kreuzungen aus Esel und Pferd und üblicherweise unfruchtbar, aber sie können sich nicht beschweren. Die Natur hat sogar Lebewesen hervorgebracht, die keine Vorfahren hatten - es sei denn, es gab schon immer Lebewesen. Fortpflanzung kann trotzdem eine Alternative zur oder Ergänzung der Regeneration sein.

Auch kosmische Plasmaströme, Wirbelstürme, Ameisenstaaten - die gemeinen Arbeiter- und Soldaten-Ameisen pflanzen sich übrigens nicht fort - und die Volkswirtschaft Chinas sind komplex, weit entfernt von einem Gleichgewichtszustand, erneuern ständig ihre Bestandteile, wechselwirken mit ihrer Umgebung. Die Merkmale dieser und anderer Systeme können einer Definition des Lebens entsprechen. Ob wir sie tatsächlich als Lebewesen auffassen, ist eine Frage des persönlichen Empfindens.

Leben ist vielfältig, vermutlich vielfältiger, als wir uns vorstellen können. Falls außerirdische Lebewesen nicht verständlich mit uns kommunizieren, werden wir sie am ehesten erkennen können, wenn sie halbwegs den irdischen Lebensformen ähneln.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 16. November 2010 um 21:50 Uhr